IM INNENRING
Kunst auf der Bühne: Akrobatik, Live-Malerei und die Band
Hinter jeder Phare-Show stecken jahrelanges Training, Live-Musik und in manchen Produktionen ein Künstler, der auf Leinwand malt – worauf Sie achten sollten, sobald die Lichter ausgehen.
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Die Künstler von Phare stammen in der Regel aus der professionellen Kompanie und wurden meist schon in ihrer Kindheit oder frühen Jugend an der Circus-Schule von Phare Ponleu Selpak in Battambang ausgebildet – oft über den Großteil eines Jahrzehnts, bevor sie in die in Siem Reap auftretende Truppe aufgenommen wurden. Diese lange Ausbildung ist der Grund, warum die Akrobatik so mühelos wirkt: Die Darsteller haben typischerweise Jahre an genau den Fertigkeiten gearbeitet, die Sie gerade bestaunen – neben dem regulären Schulunterricht – statt als bereits ausgebildete Erwachsene von anderswo angeworben zu werden. Das bedeutet auch, dass die Kompanie weitgehend aus den eigenen Reihen stammt und nicht international zusammengesetzt ist – ungewöhnlich für einen Zirkus dieses Niveaus und zentral für die Mission der Schule selbst.
Akrobatik, Verrenkungskunst und Menschenpyramiden
Eine typische Vorstellung vereint ein breites Spektrum zirzensischer Disziplinen – Boden- und Luftakrobatik, Handstandbalance, Kontorsion, Jonglage sowie Gruppenarbeit, bei der menschliche Türme und Pyramiden entstehen, die absolutes Vertrauen und präzises Timing zwischen den Artisten erfordern. Diese Sequenzen sind in die Geschichte eingewoben und werden nicht als eigenständige Kunststücke präsentiert: So kann eine Pyramide für das Zusammenkommen einer Gemeinschaft stehen, oder eine Solo-Kontorsionsnummer Einsamkeit oder Angst ausdrücken – die athletische Schwierigkeit ist real, dient aber stets der Erzählung, statt nur um ihrer selbst willen zur Schau gestellt zu werden.
Live-Malerei, an manchen Abenden
Eine Reihe von Phare-Produktionen bindet einen bildenden Künstler ein, der während der gesamten Vorstellung live auf einer großen Leinwand am Bühnenrand malt – das Bild entsteht im Gleichschritt mit der Geschichte und wird oft erst gegen Ende vollendet und enthüllt. Dies ist eine direkte Verbindung zum visuellen Kunstprogramm von Phare Ponleu Selpak, das Maler neben Akrobaten und Musikern ausbildet, und es ist ein unverwechselbares Merkmal, das Phare von den meisten Zirkusformaten anderswo auf der Welt abhebt. Nicht jede Produktion enthält dieses Element, also betrachten Sie es als eine erfreuliche Möglichkeit und nicht als garantierten Bestandteil jedes Abends.
Die Band, die live den Ton angibt
Jede Phare-Show wird zu Live-Musik aufgeführt, nicht zu einem aufgenommenen Soundtrack – gespielt von einer Band, die traditionelle Khmer-Instrumente mit zeitgenössischer Perkussion und Melodieinstrumenten verbindet. Die Partitur wechselt ständig mit der Geschichte – verspielt bei komischen Szenen, angespannt oder melancholisch bei schwereren Momenten – und trägt einen Großteil der erzählerischen Arbeit in einer Show, die auf gesprochene Dialoge verzichtet. Die Musiker trainieren gemeinsam mit den Darstellern an derselben Schule in Battambang, sodass die Band ebenso sehr zum Ensemble gehört wie die Akrobaten selbst.
Warum das Handwerk der eigentliche Punkt ist
All das – die jahrelange Ausbildung, die Vielfalt der Disziplinen, die Live-Band, das gelegentliche Live-Malerei – existiert, weil Phare Ponleu Selpak im Kern eine Ausbildungsinstitution ist, keine für eine Show zusammengestellte Talentagentur-Zirkuskompanie. Die sichtbare Kunstfertigkeit auf der Bühne jede Nacht ist das direkte, greifbare Ergebnis der Mission der Schule – ein Grund, warum so viele Besucher berichten, dass sie das Handwerk beeindruckter verlassen, als sie es beim Betreten einer „Zirkusvorstellung“ erwartet hätten. Es lohnt sich, die Übergänge zwischen den Disziplinen zu beobachten – Akrobatik in Musik in Malerei – ebenso wie jeden einzelnen Trick.